Spanien

Sevilla – die Generalprobe

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Sevilla – die Generalprobe

Spanien, Sommer, Sonne, draußen sitzen, dem Treiben zusehen, während unfassbar leckere Tapas einverleibt werden.

So oder so ähnlich war unsere Vorstellung als wir vor Ewigkeiten einen Wochenendtrip nach Sevilla gebucht hatten. Anfang April schien auch eine gute Zeit dafür zu sein und war als Kurztrip zum Warmwerden vor unserer großen Reise gedacht.

Der Tag war da, Berlin, die ersten warmen Sonnenstrahlen seit Monaten, wir fahren zum Flughafen, steigen in den Flieger ein, steigen aus und bäm.

Unwetter in Sevilla

Okay, also nicht ganz der Sonnenschein, den wir uns gedacht hatten. Aber natürlich wurden wir zuvor von unserem persönlichen Wetterexperten (Monis Vater) informiert und hatten dementsprechend Regenjacke, Schuhe und Schirm mit im Gepäck. Bus gefunden, eingestiegen, erst noch okay und dann goss es schon aus Eimern, was die dunklen Wolken bereits ankündigten. So stellen wir uns einen Monsun in Asien vor, aber weniger die Ankunft im April in Südspanien. Naja, aber da sich daran nichts ändern ließ, Augen zu und durch. Das Hostel war in diesem Moment unser Zufluchtsort, wo wir halbdurchnässt ankamen. Weil die Privatzimmerpreise in Sevilla gefühlt teurer sind als irgendwo sonst, hatten wir uns für einen 4-er Dorm entschieden. Für dieses Hostel zu dieser Zeit- eine mäßig gute Wahl, die uns wirklich die Nächte gekostet hat.

Bislang stand unser Aufenthalt unter keinem guten Stern und wir mussten uns ein wenig zusammenreißen. Also erstmal etwas Leckeres essen gehen, denn dafür steht die andalusische Küche. Wir wurden auch nicht enttäuscht und haben es uns gut gehen lassen.

In der Tapasbar hörte man nur so das laute Prasseln des Regens, begleitet durch das Aufschlagen der Hagelkörner und das Krachen des Donners über uns. Es wurde die nächsten Tage auch nicht besser. Der Regen war unser stetiger Begleiter und die Kälte kroch uns bis auf die Knochen. Da half es auch nichts, dass sich die Membran meiner Regenjacke auflöste und somit vor der Reise auch noch eine neue zugelegt werden musste, was sich als ein mittelschweres Drama herausgestellt hat (die, die es wissen, wissen, was ich meine). Unsere Stimmung hielt sich nach knapp zwei Tagen dann wirklich in Grenzen.

Aber eine miese Laune konnte nun auch nicht die Lösung bedeuten. Und da waren wir dann auch schon in der Phase der Akzeptanz. Uns blieb gar nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen.

Wir versuchten uns über jeden noch so kleinen Sonnenstrahl zu freuen, was dann nach einer Weile auch funktionierte.

So verbrachten wir einen wunderschönen Abend auf den Las Setas, die aufgrund des Regens so gut wir menschenleer waren.

Der Plaza de España war ebenfalls nur wenig besucht und Pfützen sind manchmal gar nicht so schlecht in einer Regenpause.

Aber trotz alledem muss man dennoch sagen, dass schöneres Wetter eine ganz andere Hausnummer gewesen wäre, wie man vor allem bei wunderschönen grünen Gärten mit Palmen sieht.

Ein weiterer Schutt und die notgedrungene Unterschlupfsuche führte uns in einen Nebengang und wir befanden uns plötzlich an einem ganz anderen Ort. Völlig ruhig, die Menschen nur entfernt draußen zu hören und das vereinzelte Tropfen von der Decke auf die Wasseroberfläche waren wahrzunehmen. Nach einer Weile gesellten sich auch andere zu uns, die sich aber dieser vollkommenen Stille anpassten und durch das gespiegelte Licht auf der Wasseroberfläche die Szenerie einfach magisch wirkte.

Unser Fazit; Regen muss nicht gleich schlechtes Wetter bedeuten und es kommt am Ende drauf an, was man draus macht. Ob wir diesen Vorsatz immer so gut umsetzen können, wird sich auf der Reise zeigen. Sevilla bleibt für uns eine wunderschöne Stadt, die an jeder Ecke etwas zu bieten hat. Und was wäre eine Generalprobe, wenn alles den Erwartungen entsprechend passiert wäre?

Eindrücke aus Sevilla

Und nach diesen 4 Tagen wurde uns allmählich bewusst, dass wir erst in der Aufwärmphase stecken, in der Planung und Vorbereitung, aber noch so viele Sachen vor uns liegen.

Unsere Tipps für Sevilla

  • Laufen, laufen und vor allem verlaufen in den vielen kleinen Gassen, die den Charme der Stadt so gut widerspiegeln
  • Tickets für Real Alcázar vorher im Internet buchen und so die langen Schlangen umgehen und sich auch wirklich Zeit einplanen
  • Die andalusische Küche voll ausnutzen und immer wieder in die Tapasbars einkehren. Unsere Favoriten waren die Bar Alfalfa und Las Teresas (Stand April 2019)